Jakob Johann Baron von Uexküll (1864 - 1944) MP

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Birthplace: Keblar, Estland
Death: Died in Capri, Campania, Italia
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About Jakob Johann Baron von Uexküll

Das mitglieder die Baltische Corporation Estonia Dorpat Jakob Johann Baron von Uexküll (* 26. Augustjul./ 7. September 1864greg. auf Gut Keblas, (estnisch: Keblaste), Dorf Mihkli, heute zu Koonga, Estland; † 25. Juli 1944 auf Capri) war ein Biologe und Philosoph und einer der wichtigsten Zoologen des 20. Jahrhunderts.

Uexküll entwickelte das Grundgerüst der Biosemiotik, die Leben als biologische Zeichen- und Kommunikationsprozesse versteht[1]. Er führte den Begriff der Umwelt in die Biologie ein und gilt damit als Wegbereiter der Ökologie. Er war ein wichtiger Pionier der theoretischen Biologie, der Kybernetik, der Semiotik, der Physiologie, und der wissenschaftstheoretischen Linie des radikalen Konstruktivismus.

Jakob Johann von Uexküll wurde 1864 in einer deutschbaltischen Familie als drittes von vier Geschwistern, zwei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester, in Keblas, Estland, als russischer Staatsangehöriger geboren. Seine Mutter, Sophie von Hahn, stammte aus Kurland. Sein Vater Alexander, hatte in Heidelberg studiert und war jahrelang ehrenamtlich Stadthaupt (Oberbürgermeister) von Reval (Tallinn). 1874–77 besuchte er das Gymnasium in Coburg, danach bis zum Abitur die Ritter- und Domschule zu Reval. Schon als Schüler hat er intensiv Kants Schriften studiert.

Nach dem Schulabschluss 1884 begann er das Zoologiestudium an der Universität Dorpat. Während eines mehrmonatigen Studienaufenthaltes auf Lesina (Dalmatien) mit seinem Lehrer, Professor Max Braun machte er anatomische und systematische Untersuchungen an Meerestieren. In die vierjährige Studienzeit in Dorpat fällt seine erste Auseinandersetzung mit der damals neuen Lehre Darwins, die ihm durch Professor Kennel, dem Nachfolger Brauns, nahegebracht wurde. Über diese wichtige Phase in der Entwicklung seines Denkens schreibt er:

   „Hatte ich mich bislang mit der Durchforstung feststehender Tatsachen befasst, so trat mir durch Anregungen Kennels die Theorie zum ersten Male nahe. Kennel war ein ausgesprochener Darwinist und Deszendenztheoretiker. Mir imponierte anfangs der von Darwin geschaffene Zusammenhang der Tiergestalten mächtig. Durch die einfache Vorstellung von Variation und vom Überleben des Passenden, schien eine plausible Erklärung für das Entstehen der Arten gegeben zu sein. Hier gab es eine Menge Probleme zu lösen, die die Zoologen in erster Linie angingen. Aber Kennel selbst verdarb diesen Eindruck völlig, als er mir versicherte, er wäre im Stande, die Verwandtschaft aller beliebigen Tierarten miteinander zu beweisen. Ich sagte mir mit Recht: Dies ist eine Spielerei und keine Wissenschaft. - Daraufhin beschloß ich, die Zoologie zu verlassen und mich der Physiologie zuzuwenden. Denn die Kenntnis der Organe der Tiere hatte in mir längst den Wunsch erweckt, sie in ihrer Tätigkeit zu beobachten.“[2]

Seitdem blieb er misstrauisch gegen Theorien. „Theorien sind billig wie Brombeeren“, pflegte er zu sagen. Seine Witwe schreibt in ihrer Biographie über ihn:

   „Es war ihm völlig gleichgültig, ob der Materialismus, der Idealismus oder irgendeine andere Lehre den Sieg davontragen würde. Ihm kam es einzig und allein darauf an, ob die Hypothesen und Theorien, welche die Naturwissenschaften entwarfen, vor der Natur bestehen konnten.“[3]

Er verließ Dorpat als Kandidat der Zoologie und übersiedelte 1888 nach Heidelberg, um an dem Institut von Wilhelm Kühne auf dem Gebiet der Physiologie zu arbeiten. Diese Tätigkeit wurde während der Wintermonate durch Arbeiten an der Zoologischen Station in Neapel unterbrochen, wo er seine neuerworbenen Kenntnisse an Seetieren verwertet. Er schreibt darüber:

   „In dem Leiter der physiologischen Abteilung, Professor Schönlein, fand ich jede sachkundige Unterstützung. Trotzdem konnte mich die reine Muskel- und Nervenphysiologie nicht lange fesseln. Das planmäßige Zusammenarbeiten der Organe im Tierkörper zu erforschen, erschien mir als die lohnendere Aufgabe.“

In Paris eignet er sich bei Professor Étienne-Jules Marey, dem Erfinder der Kinematographie, die Methoden für eine genaue Aufzeichnung der Tierbewegungen an.

   1899 wendet er sich mit Albrecht Bethe und Th. Beer gegen eine Terminologie, die Lebensvorgänge nach anthropomorphen Vorstellungen interpretiert.
   1899–1900 untersucht er während eines Studienaufenthaltes in Daressalam (Ostafrika) tropische Seeigel und entdeckte deren Schattenreflex.
   1903 Heirat und Übersiedlung nach Heidelberg. Untersuchungen über die Bewegungsphänomene bei Blutegeln und Studienreisen in die Normandie (Bercksur Mer). Fortsetzung der Arbeiten über Seeigel.
   1907 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät Heidelberg für seine „genauen und scharfsinnigen Experimente über Nerv- und Muskelreizungen“.[5]

Im gleichen Jahr Formulierung des Schema-Begriffs im Rahmen seiner Untersuchungen an Libellen und Stellungnahme gegen eine mechanische Betrachtung des Individuums und die Annahme einer objektiven, für alle Lebewesen identischen Außenwelt.

   1908–1909 Untersuchungen über die Bewegung der Aktinien in Monaco. Erste Auflage des Buches Umwelt und Innenwelt der Tiere.

In dieser Zeit wird seine Bewerbung um die Stelle eines Leiters an einem neugeplanten Institut für Biologie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (der Vorgängerin der Max-Planck-Gesellschaft) abschlägig beschieden. Auf den Bescheid, dass es sich im Rahmen des vorliegenden Planes nicht ermöglichen lasse, den von ihm vertretenen Zweig der biologischen Wissenschaft zu berücksichtigen, dankt er zunächst für die Bewilligung von Mitteln für Forschungsreisen.

   1911 führt er in Roscoff Untersuchungen an Pilgermuscheln und in Utrecht an der Muskulatur von Blutegeln durch.
   1914 untersucht er in Biarritz Bewegungsvorgänge an Langusten.
   1917 verliert er durch die russische Revolution und die Enteignung der Güter in Estland sein gesamtes Vermögen.
   1918 Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit.
   1925 Aufenthalte bei Verwandten und Freunden in London, bei Giessen Liebenberg, Mark, und Schwerinsburg, Pommern.
   1920 erste Auflage der Theoretischen Biologie.
   1921 zweite Auflage von Umwelt und Innenwelt der Tiere.
   1924 erhält er als Sechzigjähriger das Angebot der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg, eine Stelle als Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, mit der Aussicht auf eine Honorarprofessur, anzunehmen, und wird Leiter des Aquariums, das in den folgenden Jahren zum Institut für Umweltforschung umgebaut wird.
   1925–1940 leitet er das Institut und tritt mit 76 Jahren in den Ruhestand.
   1940 Übersiedlung nach Capri, Italien, wo er am 25. Juli 1944 verstorben ist.
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Jakob Johann Baron von Uexküll's Timeline

1864
September 7, 1864
Keblar, Estland
1904
1904
Age 39
1908
1908
Age 43
1909
1909
Age 44
1944
July 25, 1944
Age 79
Capri, Campania, Italia
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Capri kalmistu