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Deported with Transport IV/4 from Wien to Terezin on 15/07/1942. Deported with Transport Bp from Terezin to Treblinka (or Maly Trotinec) on 21/09/1942. 7. 4. 1940 Meine l[ieben] Kinder! Wie ein Wunder war es, daß in den letzten Tagen Eure 2 Briefe kamen, die Eure Mutter restlos glücklich machten. Als ich Ihr von deiner Verlobung l[ieber] Egon berichtete resp[ektive] vorlas strahlte Sie übers ganze Gesicht, faltete Sie die Hände, ich glaube es war ein Dankgebet, und sogar im Traum wiederholte Sie immer den Namen „Elli“ eine größere Freude hättest du Ihr bestimmt nicht bereiten können, und daß du l[ieber] Walter einen Posten bekommen hast, daß Erich & Willi im Radio Aufführungen hatten, Ihr Glück hatte kein Ende und glückselig u[nd] stolz erzählte Sie es Ihrer nächsten Umgebung. Ihr könnt glücklich sein, Eurer Mutter die letzten Tage verschönt zu haben. Und nun will auch ich dir l[ieber] Egon zu deiner Verlobung alles Glück auf Erden wünschen denn du verdienst es glücklich zu werden. So eine Überraschung! Ein Lichtblick in unserem Dasein! So schön wär Alles gewesen, doch der Mensch denkt und Gott lenkt. Einmal streichelte mich Eure Mutter[:] Bist mir nebst meinen Kindern das Liebste auf der Welt, küsse mir meine Kinder; ich entledige mich dieses Auftrags, küsse Euch innigst, bis ichs persönlich tun werde können, ein wertvoller Mensch ist nicht mehr, doch in meines und unserer Aller Liebe lebt er weiter. Nochmals mein l[ieber] Egon, du Sonntagskind, viel, viel Glück! Grüße mir deine Braut und sage Ihr, sie hat gut gebetet! In Liebe und Wehmut Eure Euch küssend[e]
Und du l[ieber] Walter sei tapfer. Rackere dich nicht ab, damit du gesund bleibst.
Meine l[ieben] Kinder Seit 25 Febr[uar] habe von Euch keinen ausführlichen Brief bekommen u[nd] kann nur sagen wie sehnsüchtig wir alle warten von Euch gute Nachrichten zu erhalten. Inzwischen habe schon einige Briefe u[nd] Karten geschrieben u[nd] bis heute noch keine Nachricht von Euch. Im letzten Brief schreibst du l[iebe] Trude daß du so große Zahnschmerzen gehabt ha[s]t. Gott gebe daß Alles schon in Ordnung ist. In der l[ieben] Karte schreibt kein Datum daher wir nicht wissen wann die Karte geschrieben wurde. Es freut mich daß die Composition des l[ieben] Erich einen großen Erfolg hatte u[nd] bin außer Zweifel daß er vorwärts kommen wird, ein berühmter Componist in einem Jahr sein wird. Daß der l[iebe] Willi gesungen hat freut mich auch muss aber weiter Geduld haben u[nd] wir mit Gottes Hilfe auch über den Berg kommen. Briefe von Egon u[nd] Walter erhielten am 25 April wo sie mir schrieben daß Egon bei seinem zukünftigen Schwiegervater schon fleissig arbeitet u[nd] derl[ei] Mühe u[nd] Plage braucht um das neue Geschäft kennen zu lernen. Er wird sich aber bald hineinfinden. Auch Walter schreibt daß es ihm sehr gut geht u[nd] großen Erfolg in seinem neuen Beruf hat. Das Avidavit von Herrn Fink ist noch nicht gekommen sonst hätte vom Konsulat eine Verständigung bekommen. Die Schiffartsgesellschaft hat auch an die Amerikanische Schiffartges[sellschaft] geschrieben und an Euch wegen der 5 Punkte die nicht in Ordnung sind zu verständigen. Habe diesbezüglich auch dem l[ieben] Walter geschrieben. Jetzt ist halt die Situation eine andere nachdem meine geliebte Kamilla nicht mehr hier ist aber für mich immer lebte. Ihr könnt Euch denken wie schwer mir ums Herz ist daß auf Umwege[n] von dieser Katastrophe Euch verständigen musste. Wir haben sehr viel mitgemacht, namentlich die l[iebe] Malvine welche die letzten 4 Wochen von der Direction die Bewilligung erhalten hat bis Abend bei Ihr zu bleiben. Alles ist gethan worden um Ihr Alles zu erleichtern. Täglich sagte Sie laßt mir die Kinder küssen u[nd] sollen keine Trauer tragen. Sie hat in ihrem Krankheitszustand Alles versucht u[nd] konnten wir u[nd] auch der Professor nichts ausrichten. So gescheit war die l[iebe] Kamilla. Ihr könnt Euch denken was wir bis zum Schluss mitmachten. Gestorben ist sie am 6. April u[nd] begraben am 11. April in dem Grabe Ihrer Eltern. Ich schreibe deshalb so weil doch Briefe an Euch schon vorausgegangen sind. Telegrafieren konnten aber nicht, daher das zurücktelegrafieren zwecklos war. Für heute schließe
Sämtliche Noten werde mitbringen & Willi soll stark sein und Muht [sic] fassen
Schreibt mir ausführlicher. Brief aber mit Datum.
Ich schließe mich den Schreiben meines armen tiefunglücklichen Bruders an, der das Liebste und Beste verloren hat. Für diesen Schmerz gibt es keinen Trost. Unsere teuerste Kamilla ist unersetzlich. So ein edles gutes Geschöpf gibt es nicht mehr. Du hast keine Ahnung wie sehr dich geliebt und wie sie sich freute zu Euch zu kommen. Es ist unfaßbar wie grausam das Schicksal ist. Es war zwischen uns kein gewöhnliches Verhältnis wie es bei Schwägerinnen der Fall ist. Sie war mir eine teure Schwester. Sie war immer in Sorge, daß sie ihr Heim verlassen muß, wir trösteten uns gegenseitig u[nd] ich sprach zu ihr sie soll sich keine Sorgen machen, wenn ich unterm Bett schlafen müßte du kommst zu mir. Dieses Furchtbare hat niemand geahnt. Malvine diese edle Seele hat Unmenschliches geleistet. Der liebe Gott soll es ihr lohnen. Sie war von liebevollen Menschen umgeben. Küsset alle Kinder auch Deine liebe gute Mama. Sei auch du, liebste Trude innigst geküßt von Eurer Euch liebenden
Ich bekam vor einigen Tagen von meiner Nichte Klara Lux ein Affidavit. Vielleicht ist es Dir möglich meinen Sohn hiervon zu verständigen. Nun bleibt noch unser Schmerzenskind Onkel
Nehmt auch von mir mein innigstes Beileid entgegen und habe ich niemanden so geliebt und verehrt wie unsere l[iebe] Camilla, sie bleibt mir unvergeßlich. Herzlichst küßt Euch alle
Meine vielgeliebte Trude Erich & Willi Deinen l[ieben] Brief an mich u[nd] l[iebe] Malvine habe erhalten wo ich daraus ersehe daß ihr G[ott] s[ei] D[ank] gesund seit. Ich kann mir ja denken daß Ihr von der traurigen Nachricht sehr beunruhigt ward, aber über das Schicksal das uns betrifft, liegt in Gotteshand u[nd] kann man dagegen nichts machen. Ich bin seit der Krankheit unserer unvergleichlichen Kamilla nicht mehr derselbe muß mich aber trotzdem zusammenreissen um mich für Euch zu erhalten. Ich weiß ja daß es für mich ein furchtbarer Schlag war u[nd] nur den einen Trost noch habe Euch meine Lieben noch einmal zu sehn. Ich weiß gut l[iebe] Trude daß du ein gutes Kind bist sowie auch der l[iebe] Erich & Willy. Nur kann ich es nicht begreifen daß der l[iebe] Willy nicht eine Zeile noch geschrieben hat. Ist er vielleicht krank? Oder kann er aus Kränkung nicht schreiben. Er soll mir doch wenigstens einige Zeilen schreiben ob er gesund ist oder viel zu tun hat. Deinem l[ieben] Erich schrieb ich ja Alles. Sehr erfreut hat es mich zu hören, daß bald eine frohe Botschaft von Euch bekommen werde. Ich bin schon sehr neugierig. Hoffentlich werd[et] Ihr Glück haben. Wenn ich nicht die l[iebe] Malvine hätte wüsste ich nicht was ich anfangen möchte. Sie ist wirklich sehr brav u[nd] kümmert sich um Alles was für mich bestimmt ist. Auch der Siegfried schaut sich um mich um nur möchte er schon so weit halten wie sich um ein Avidavit von irgend einer Seite zu erhalten. Walter bemüht sich sehr. Auch von Egon & Walter bekommen sehr gute Nachrichten daß es Ihnen gut u[nd] immer besser wird. Egon hat ja geschrieben daß er schon im Juni oder Juli heiratet. Ich wäre froh wenn ich schon dabei wäre. Leider wird erst im Juli die deutsche Quote dazu kommen u[nd] dann zur Untersuchung u[nd] Schiffskarte. Also wie Ihr seht noch ein langer Weg bis ich wegfahren kann. Daß es der l[ieben] Mutter gut geht freut uns ungemein u[nd] sage Ihr ich habe mir an einem Tage 8 Zähne ziehen lassen da sie porös wurden. Wenigstens bekommt Sie ein ordentliches Gebiss. Ich lasse Sie herzlichst grüßen und küssen so wie dich Erich & Willi Euer
Viele herzliche Grüße von mir & Lilly
Habe auch vom Konsulat ein Schreiben bekommen, und zwar vom 10 & 14 Mai u[nd] auch am 21. daß Zusatzpapiere eingelangt sind u[nd] bis die Quotennummer daran kommt behandelt wird. Hoffentlich wird doch einmal das Avidavit gut sein. Sie sind jetzt sehr strenger auch bei der Untersuchung. Daß Ihr nach Los Angeles gehen sollt wird ja herrlich u[nd] habe schon sehr viel von dort gehört. Anschließend teile Euch mit, daß ich mich mit Euch sehr freue und Euern nächsten Brief schon nicht erwarten kann. Hoffentlich genügt mein Affid[avit]. Wenn meine Quote nur früher drankäme, man sagt es sollen 4 Wochen Differenz zwisch[en] d[er] deutsch[en] und tschech[ischen] sein. Vorläufig rührt sich nichts. Ich habe viele Plage, wie Ihr Euch denken könnt, und komme zu gar nichts. Wie verbringt Ihr eigentlich die Zeit? Wie hast du l[iebe] Trude dich schon mit dem Wirtschaftlichen befreundet? Was macht deine Juristerei? Und Erich wird schon sehr, sehr fleißig sein, und ich wär schon so froh wenn ich mit Euch plaudern könnte. Ihr seid wohl neugierig, was ich zu tun gedenke in Bezug meiner Reise zu Euch. Ich müsste wohl mit Eurem Vater fahren, um nicht allein zu reisen. Dann will ich ihm ja auch behilflich sein, und sein Gepäck zu spedieren, da er ja unbeholfen ist. Ich denke mir kommt Zeit, kommt Rat.
Mein liebster Erich & Trude! Heute Vormittag erhielten wir Euren l[ieben] Brief und Puppis Fotografien, für die Euch innigst danke. Schön und süß ist dieses kleine Menschlein. Stirn & Augen von der l[ieben] Trude, Nase & Mund vom Erich. Am besten gefällt mir das Bild wo das Kopferl klein ist, man kann sichs nicht genug oft ansehn wie brav von Euch uns diese Freude zu machen. Wenn ich mir das Bild ansehe, natürlich, natürlich tränenden Auges. Denn wenn wir Alle dieses kleine Lebewesen noch so lieb haben, niemand hätte es mehr geliebt als Kamilla, Eure Mutter, wie Ihr ja selbst genau wisst. Ich frage mich heute noch immer warum gerade Sie? Mein Alles hier! Doch ich will nicht undankbar sein. In Euch lebt Sie mir weiter, aber wie gerade Sie mir fehlt, das kann ich Euch gar nicht sagen aber begreifen und verstehn werdet Ihr mich sicher. Euer Bärbele hat Euch geholfen darüber hinwegzukommen und das ist ein Glück, leider werde ich sehr lange warten müssen, dieses Glücks teilhaftig zu werden; wir sind auf dich mein l[ieber] Erich sehr stolz und gebe Gott daß du auch weiterhin so tüchtig und schaffensfreudig sein mögest und die Leiter der Ruhmes langsam zu erklimmen. Ein bisschen Glück dazu, damit du auch die Früchte deiner Arbeit genießen kannst, dies ist unser Aller Wunsch für dich. (Hoffentlich wendest du dein geflügeltes Zitat, beginnend mit L. nicht auch bei mir an.) Kenne ich dich doch zu gut, bist und bleibst eben ein Origi[nal] und ein guter Kerl bist du ja ebendrein. Verstanden haben wir dich zwar nicht, und jetzt freuen wir uns so mit dir, ob wirs verdienen, ich weiß es du siehst ich bin ehrlich genug es dir zu sagen und einzugestehn. Ich fürchte leider länger warten zu müssen, als mir lieb ist, da ich nicht so ein Typ bin als Euer Vater der in Allem und jedem ein gottbegnadetes Talent hat um mich bald persönlich von Allem überzeugen zu können.Von uns gibt es sonst nichts zu berichten, es ist G[ott] s[ei] D[ank] Alles beim Alten.
Meine vielgeliebte Trude & Erich Ich bin von Eurem Brief sehr überrascht worden und habt mir eine große Freude bereitet. Namentlich wenn man von so einer weiten Ferne so einen wunderen Bericht bekommt. Alle waren wir bei Tisch u[nd] horchten wie Onkel Siegfried u[nd] die l[iebe] Malvine den Englischen Brief übersetzten. Ich habe mir das ja schon so vorgestellt, daß du lieber Erich einmal wenn du draussen bist ein großer Komponist werden wirst. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu u[nd] hoffe daß du es immer haben wirst, wenn du so eine brave und tüchtige Hausfrau zur Seite hast, die dir auch alle Wege leitet und die größte Intelligenz hat. Ich wünsche dir u[nd] der l[ieben] Trude weiter viel Glück und Gesundheit. Daß Erich der l[iebe] Gott beschützen möge. Vorläufig bin ich sehr optimistisch auf dich l[ieber] Erich u[nd] soll es mir weiter so bleiben bis auch mir das Glück gegönnt sein werde einmal persönlich Alles miterleben zu können. Die Fotografien der l[ieben] Barbara ist das herzigste u[nd] schönste was man sich vorstellt, denn auf dem Bild schaut sie so gutwillig u[nd] treu drein wie wenn sie schon 2 Jahre alt wäre. Natürlich ist die l[iebe] Barbara der Segen im Hause u[nd] wäre schon froh u[nd] glücklich wenn ich sie in meinen Armen tragen könnte. Hoffentlich wird auch das werden. Vom Konsulat habe ein Schreiben bekommen daß Alle Zusatzpapiere vom Herrn Brüll, Egon & Walters Bankkonto eingelangt sind u[nd] warten muß bis nun auch die Reise kommt. Vorläufig ist vom Konsulat kein Visum u[nd] zur Untersuchung komm auch nicht ohne Schiffskarte u[nd] soll man via Lissabon u[nd] Russland auch noch nicht fahren könn[en]. Bis dahin muß man halt warten. Hoffentlich wird sich bald eine Lösung finden. Der l[iebe] Siegfried wartet auch schon auf sein Avidavit von irgend jemandem. Die l[iebe] Malvine kommt am 3 Nov[ember] dran u[nd] hat auch noch keine Verständigung. Für heute schließe und bleibt Alle weiter gesund.
Dem Willi habe separat einen Brief geschrieben.
[Insert on page 1:] Mit meinem Ohr geht es schon besser u[nd] behandelt mich Dr. Gold gscheidt [Viennese for tüchtig]. Ich höre ganz gut und wär 14Tägig ausge[illegible]
Wien 10/2 1941 Meine l[iebe] Trude & Erich Seit 2 Monaten habe kein Lebenszeichen von Euch meine Lieben gehört, daher bin auch beunruhigt ob nicht etwas passiert ist. Hoffentlich seit Ihr Alle gesund, wovon ich dasselbe von uns mitteilen kann. Seit Ihr schreibfaul oder habt so viel zu tun daß Ihr nicht dazu kommt zu schreiben. Ich höre immer von Milwaukee über Alles was vorgeht würde mich doch freuen von Euch etwas zu hören. Mir ist schon schrecklich bang und würde mich unendlich freuen endlich einmal gefah[rlos] leben zu können. Auch von Barbara berichtet man mir daß Sie das bravste und schönste Kind in USA ist. Ich kann mir das ja vorstellen wenn man so schöne Eltern hat. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen was für eine Freude ich u[nd] die l[iebe] Malvine haben wenn wir von Milwaukee nur gutes hören u[nd] der l[iebe] Erich viel zu tun hat. Es muss ja einmal einschlagen u[nd] hoffe dass es dem l[ieben] Erich gelingen wird etwas Großes und Schönes zu componieren damit enormen Welterfolg hat.
Liebste Trude & Erich! Mit Eurem v. 29.XI.40 dat[ierten] Brief haben wir große Freude gehabt, ersehn daraus Euer Aller Wohlbefinden, und auch wir sind wohlauf. Von allen Seiten höre ich Schönes von Bärbele und Gott weiß, wann ich sie sehen werde, ich denke immer an dich l[ieber] Erich, als du noch ein Baby warst, warst ja auch zum Fressen lieb, kannst dir denken wie gerne ich schon den Vergleich wahrmachen möchte, so ein kleiner Knirps! Habs Allen angetan. [oldfashioned for: ich habe niemanden mit dieser Feststellung verschont] Glücklich bin ich, daß du dir dein Leben verdienst, dies ist schon sehr viel und den Kampf um „Money“ bist du ja von früher gewohnt. Es ist ein Glück daß du dich schon durchgesetzt hast. Jenny, die Mutter von deinem Schüler Egon P. schreibt mir: von Erichs Erfolgen las ich in einer deutsch[-]argentinischen Zeitung, wollte dir den Artikel einschicken, Brief zu schwer. Sie heißt La Paz. Sie freue sich mit uns, und erst dir!!
Tante Malvine Heuer zu Egons Geburtstag habe ich geschrieben.
Meine Lieben Alle!! Sehr erfreut Euch Alle wohl zu wissen, kann ich doch gleich von uns berichten. Wir erhielten Eure Depeschen und danke ich Euch für die mir gesandten Zusatzpapiere[.] Küsse jeden von Euch herzlich hiefür und nun warten wir ab und wann die Erledigung sein wird. Es geht viel zu langsam für unsere Geduld, wie Ihr Euch ja denken könnt. Wenn Eure Briefe und noch Georges Brief kommt, dann sind wir zuversichtlich, haben die Hoffnung doch noch letzten Endes zu Euch zu gelangen. Unverzeihlich von mir, ausgerechnet in Kaplitz auf die Welt gekommen zu sein. Ungeboren war ich schon so dumm; wenn schon nicht lachen, aber kichern werdet ihr jetzt bestimmt über mich, aber glaubt mir, mir ist nicht zum lachen. Brav, daß Ihr alle schreibt. Unsere einzige Freude und gar wenn die l[iebe] Elly sich immer dran beteiligt, da haben wir dann ebensolche Freude. Jawoll ich lese ja gerne Eure Briefe und stelle mir dann vor wie Ihr Euch unterhalten würdet, wenn ich Euch Englisch schriebe. Ich wollte liebste Elly ich könnte das so gut wie Ihr! Daß Ihr Euch plagt weiß ich. G[ott] s[ei] D[ank] verdient Euer Leben und Du liebster Willi wirst auch so bald so weit sein, wie gerne wollte auch ich schon bei Dir arbeiten! Euer Liebesgab Paket von Weihnachten haben wir schon eingehend besichtigt und auch Euch gedankt hiefür, es war wundervoll und erstklassig zusammengestellt, wir zehren noch immer davon. Wie sich das Blatt wendet. Ihr sendet Max ein Paket! Unfassbar! Und ich gehe immer wie dem Wendepunkt was du thust, thust du dir! Wo sind Max und Blanca und George? Wenn der l[iebe] Walter Ihnen schreibt, grüße Sie von mir eh denke ich daran wie wir einmal in Amer[ika] beisammen wären, vorbei! Also meine innigsten geliebten Kinder: Bleibt uns gesund. Seid umarmt und geküßt und gedrückt von Eurer Tante Wine [=Malvine] 5/3 1941 Mein l[ieber] Egon, Walter & Willy Ich erhielt heute mit Freude Eure l[ieben] Briefe wo Ihr mitteilt daß Alles gesund ist u[nd] Eueren Berufen nachgehen könnt. Auch ich und die l[iebe] Malvine sind gesund u[nd] haben das Empfinden trotz der Schwierigkeiten die uns noch bevorstehen nicht so bald als möglich zu Euch zu kommen. Um Brief zu schreiben dauert es schrecklich lange so muß man wenn man etwas wissen will telegrafieren was auch mit Schwierigkeiten verbunden ist. Nicht destoweniger haben schon 2 mal telegrafiert beide mit Retourantwort. Eines haben erhalten die Zusatzpapiere für mich Malvine & Siegfried auch 24 Feber abgesannt wurden. Natürlich ist das wichtigste namentlich für mich die Schiffskarte mit Buchung da ich es von hier aus nicht machen kann. Ich daher auf Euch angewiesen bin. Ich habe auch diesbezüglich mit der Kultusgemeinde gesprochen u[nd] geantwortet bekommen daß Ihr Alles betreffs der Schiffskarte erledigen müsst.
Habe eine Verständigung für 2 Paquet bekommen aber noch nichts erhalten.
Wien 10/3 1941
Euren lieben Brief vom 4/II 41 haben erhalten u[nd] beantworte ihn sofort u[nd] danke Gott, daß Ihr Alle gesund seit u[nd] ich daßelbe von uns mitteilen kann. Ich schreibe doch jede Woche und staune daß Ihr so wenig Briefe bekommt. Vom Konsulat habe noch keine
Mein l[iebe] Trude & Erich Ich kann Euch gar nicht sagen was für eine Freude ich habe nach so langer Zeit einen Brief zu erhalten. Ich bin ganz glücklich zu hören daß Ihr gesund seit, wo ich Euch von uns daßelbe mitteilen kann[.] Endlich haben vom Konsulat die Mitteilung erhalten daß bei uns Alles in Ordnung ist u[nd] nur mich um die Ausreise kümmern muss. Leider habe von der americ[an] Express Company ein Schreiben bekommen daß ich in Lissabon für 5 Dez[ember] gebucht worden bin[.] Könnt Euch denken wie mir da zu Mute worden ist. Habe gleich nach Erhalt des Briefes ersucht wenn es möglich ist um eine Vorverlegung für Juni Juli u[nd] warte auf Antwort. Ich schrieb Ihnen daß ich für die Spesen welche daraus erwachsen aufkommen werde. Nun fahre ich doch nicht allein da ich doch die l[iebe] Malvine geheiratet habe u[nd] bin glücklich so eine Lösung gefunden zu haben damit ich nicht allein in der Welt bleibe trotzdem Ihr meine Kinder so sehr brav seit und auch in den letzten Jahren meines Lebens beträuen werdet. Ich kann es gar nicht erwarten Euch und meine kleine Bärbele umarmen zu können. Jetzt muss sie doch sehr herzig sein wenn man von so einer Mutter abstammt. Leider ist es der l[ieben] Camilla nicht gegönnt gewesen sie zu sehen was doch ihr sehnlichster Wunsch war. Natürlich genießt jetzt deine l[iebe] Mutter die grosse Freude. Die Hauptsache ist jetzt, daß Ihr zufrieden seit u[nd] wird der l[iebe] Gott Euch weiter Glück u[nd] Gesundheit geben u[nd] der l[iebe] Erich in dem grossen Reiche eine ansehnliche Karriere machen. Ich kann früher nichts beginnen bevor ich nicht die Vorverlegung erhalte das doch das Visum wie ihr doch wissen werdet in 4 Monaten abläuft[.] Gott gebe daß ich früher davon komme. Dann werde mit Volldampf an die Arbeit gehen u[nd] mir Alles besorgen[.]
Mein liebster Erich & Trude Endlich kam Euer lang ersehnter Brief der uns Euer Aller Wohlbefinden angezeigt hat worüber wir wirklich froh sind. Sigmund hat Euch ja berichtet, daß auch wir uns wohl fühlen. Deinen Rat liebste Trude in Shanghei abzuwarten habe ich nicht mehr nötig, da ich ja mit Sigmund gemeinsam verreisen will und muss. Ich habe schon einige Briefe, ein Telegramm diesbezüglich abgesendet, aber die Rückantwort noch nicht erhalten. Wir haben schon den 20ziger Bogen (dies ist der letzte) erhalten und ich, als Sigmunds Gattin, habe dieselben Quoten. Als letztes müssen wir den endgültigen Zeitpunkt unserer Ausreise (hoffentlich erhalten wir Vorverlegung) bekannt geben; da auch liebste Trude du darum angesucht hast, danke auch ich dir dafür aufs herzlichste[.] Kannst dir denken, daß ich schon wirklich kaum erwarten kann Puppy zu sehn, von allen Seiten hören wir wie goldig sie ist, ein ganz kleiner Herzensdieb, und sogar auch Erich. Wir haben nach Lissabon um Vorverlegung des Permis in deutscher Sprache geschrieben, resp[ektive] gebeten, und bin ich froh daß du in Euerer Sprache ebenfalls hingeschrieben, doppelt reißt nicht. Nur müssen jetzt beide Plätze auf einem Schiff sein und darauf warten wir. Wir haben, wie Ihr Euch ja denken könnt, nur den einen Gedanken New York Milwaukee.
Meine Lieben Hoffentlich seit Ihr im Besitze unserer Briefe u. gebe mir Gott, daß Ihr Alle gesund bleibt, was ich Euch Euch von uns Daßelbe mitteilen kann. Wir warten sehnsüchtig auf frischen Brief da es schon länger dauert u. wir gar keine Verständigung von Erich haben. Jetzt ist es hier schon sehr heiß[,] wahrscheinlich bei Euch auch. Ich kann nur berichten[,] daß es für uns immer trauriger wird[,] da wir was vorauszusehen war nicht so schnell fahren zu können als wir hofften. Malvine hat gestern um ihren Pass angesucht weil sie mußte und ich wahrscheinlich warten muß da meine Papiere alle schon angelaufen sind u. die Erneuerung nicht machen kann da mir sonst wieder Alles abläuft. Betreff der Vorverlegung habe auch keinen Bescheid trotzdem ich nach Allen Seiten geschrieben habe, jetzt wäre noch glücklich wenn ich den 5 Dez[ember] fahren könnte. Da doch das Visum Anfangs October laut Ansprache vom Konsulat erhalten werde. Wie Ihr seht, geht Alles sehr langsam aber der l[iebe] Gott wird uns doch beschützen daß wir wenigstens zu dem Termin fahren können. Von Erich u. Trude haben auch Brief erhalten als Sie uns mitteilen daß es Ihnen ganz gut geht u. die kl[eine] Barbarle das herzigste Kind und auch das hübscheste ist und schon zum plauschen anfängt. Ich bin nur ganz glücklich daß es Euch Allen ganz gut geht und hoffe doch daß es nicht mehr so lange dauern wird als es gedauert hat, Euch Alle mit meiner Malvine welche doch auch auf meiner Quote erledigt ist fahren zu können. Von Willy haben schon lange Zeit keine einzige Zeile bekommen. Hoffentlich geht es ihm gut, oder will er uns überraschen. Schreibfaul war er ja immer aber in der Fremde freut man sich doppelt von Ihm etwas zu hören. In dem ich Euch Alle herzlichst grüße verbleibe Euer aufrichtiger
Auch Onkel Siegfried weiß noch von gar nichts wies in der Angelegenheit steht.
Meine l[iebe] Trude & Erich Schon lange keine Nachricht erhalten kann ich nicht umhin Euch meine Lieben einige Zeilen zu schreiben und hoffe dass Ihr Alle gesund seit was ich auch von uns mitteilen kann. Wir sind schon sehr neugierig wie deine Aufführung l[ieber] Erich ausgefallen ist. Gott gebe dass du weiter Fortschritte machst u[nd] eine große Carriere bekommst. Denn wie ich weiß hilft die ja die l[iebe] Trude zu Allen deinen Erfolgen. Ich habe ja schon so viel von Eurer Barbarle gehört u[nd] kann mir denken was Ihr treibt wenn Sie einmal plauschen [Viennese for sprechen] wird. Ich u[nd] die l[iebe] Malvine können die Stunde kaum erwarten Alle meine Lieben umarmen zu können. Leider ist vorläufig das Konsulat gesperrt, daher nichts beginnen kann. Liebe Trude man sagte mir dass man von Waschington [sic] etwas erreichen kann und vielleicht das Visum in Berlin zu erhalten und dann über Barcelona nach USA kommen zu können. Auch schreiben Leute dass auch die Möglichkeit besteht in der Schweiz die Aufenthaltsbewilligung auf einige Monate zu erhalten. Jedenfalls muß man Alles versuchen u[nd] ich glaube wenn man 4 Kinder hat u[nd] in guter Position stehen doch mit Gottes Hilfe etwas erreichen kann. Jedenfalls müssen wir uns in das Schicksal fügen. Die Zeit ist doch nicht mehr so lange zum 5 Dez[ember] fahren zu können. Jedenfalls handelt es sich um das Visum wie u[nd] wann man es bekommt. Ich kann ja betreff meiner Verlängerung des Passes & Unbedenklichkeit gar nichts anfangen. Die l[iebe] Malvine müßte den Pass & Unb[edenklichkeit] jetzt schon nehmen u[nd] die Abfahrt bezahlen zu können. Hier ist jetzt auch eine große Hitze. Hoffentlich geht auch das bald vorüber. Die Zeit rückt ferner u[nd] gebe Gott Euch Alle umarmen zu können. Was macht die l[iebe] Mama? Ist Sie gesund da wir doch schon Monate lange kein Lebenszeichen von Ihr hören. Nachdem du l[iebe] Trude die einzige Person bist mit Ausnahme Dorl [Isador Feitler?] etwas auszurichten. Danke dir im vorhinein für deine Mühe u[nd] küsse doch die kl[eine] Barbarle & Erich
Heute erhielt Brief von dir l[ieber] Walter wo ich daraus ersehe daß Ihr Alle gesund seit u[nd] ich auch von mir u[nd] der l[ieben] Malvine dasselbe mitteilen kann. Du schreibst was du Alles für uns gemacht hast, u[nd] soviele Affidavits insgesamt hast die wir jetzt mit Ausnahme Onkel Siegfried gar nicht mehr gebraucht haben u[nd] schon die Verständigung
Trude und Erichs Brief vom 2. April haben mit Freude erhalten und werden den möglichst sofort beantworten. |





