Siegmund Zeisl

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Siegmund Zeisl

Hebrew: שמואל Zeisl
Also Known As: "Sigmund", "Zeisel", "Zeissel"
Birthdate:
Birthplace: Liesing, Vienna, Vienna, Austria
Death: Died in Treblinka, Ostrów Mazowiecka County, Masovian Voivodeship, Poland
Cause of death: HOLOCAUST
Immediate Family:

Son of Emanuel Moritz Zeisl and Rosalie Zeisl
Husband of Kamilla Zeisl and Malvine Müller Zeisl
Father of Eric Zeisl; William Zeisl; Egon Zeisl and Walter Zeisl
Brother of Bertha Boscowitz; Flora Bauer; Erich Isidor Zeisl; Siegfried Zeisl and Sofie Mandl (Zeisl)

Managed by: Randy Schoenberg
Last Updated:

About Siegmund Zeisl

Birth record in Fünfhaus says born 11 August 1871. Record in Vienna says 9 August 1871.

Deported with Transport IV/4 from Wien to Terezin on 14/07/1942. Deported with Transport Bp from Terezin to Treblinka on 21/09/1942.

„Das Zirkus Renz Gebäude neben dem Gymnasium (ausgerechnet dieses) ist total zerbombt. Ausser diesem fand ich nur noch den Tempel in der Tempelgasse, natürlich, und diesen nicht durch Bomben, bis auf wenige Reste der Aussenmauern dem Erdboden gleich gemacht. Aber ein Café Tegethoff [sic!] gibt es nicht mehr. Café Praterstern, Schreyvogel, Dogenhof, alles da – aber kein Tegetthoff! Ich fragte viele Leute, und niemand konnte mir Auskunft geben, [...]. Alle wussten, dass es es [sic!] einmal irgendwo dort war! Und ich hätte mich doch so gern hineingesetzt, [...] die Zeislsche Jugend in Stellvertretung durchlebend!“

Diese Zeilen schrieb der österreichische Exilkomponist Ernst Toch (1887-1964) im Mai 1950 während eines Europa-Aufenthalts von Bad Aussee an den nach Los Angeles exilierten Komponisten-Freund Erich Zeisl (1905-1959). Zeisl, aufgewachsen im Umfeld des von den Eltern Siegmund (1871-1942) und Kamilla Zeisl (1878-1940) betriebenen Café Tegetthoff in der Heinestraße 42, harrte nach Kriegsende im Hollywood-Exil auf Nachricht zum weiteren Schicksal der Wiener Gaststätte, welche der Vater bis zur „Arisierung“ im Jahr 1938 besessen hatte. 1897 erwarb Siegmund Zeisl das Kaffeehaus von seinem Vater Emanuel, er führte es bis 1921 selbst und verpachtete es phasenweise von 1921 bis 1937.

Nur eine einzige erhaltene Photographie des Café Tegetthoff – eine große Werbetafel an der angrenzenden freien Hausmauer führt darin den Blick des Betrachters auf die mit Laternen geschmückte, durch Fenster licht gehaltene „Gassenfront“ des Lokals – behält das ehemals für die Leopoldstadt so typische Kaffeehaus der Nachwelt in Erinnerung. Nähere Beschreibungen zur Lage und zum Interieur des beliebten Treffpunkts „direkt am Praterstern“ bringt nur der infame „Arisierungs“-Akt aus 1938: „Das Kaffee Tegetthoff, liegt wie bereits eingangs geschildert im 2. Bezirk, […]. Es ist ein Kaffeehaus mit 4 Fenstern, Gassenfront, auf der einen Strasse, mit einem Eingang. Die Einrichtung besteht aus neupolierten und geschliffenen Tischen, welche in 23 gepolsterten Logen und ca 90 Sesseln aufgestellt sind, [sic!]. Die Polsterung der Logen wurde erst vor einigen Monaten wieder hergestellt. Die Beleuchtungskörper sind neu angeschafft und die Lokale selbst wurden ausgemalen. Das Kaffeehaus teilt sich in 2 Teile. In dem einen befindet sich die grosse Barkassa mit Aufsatz und Stellagen, sowie eine National Registrierkasse, ausserdem sind eine Reihe von Spiegeln. Die Küche besitzt einen grossen Gasrestaurantherd und ist ebenfalls neu adaptiert, darauf steht vorgenannte Rechaud. In der Küche sind auch die zur Kaffeeinrichtung gehörigen Stellagen, Abwascheeinrichtungen, sowie das gesamte Geschirr, das im ausreichendem [sic!] Masse und zum grossen Teil erst neu angeschafft wurde, vorhanden. Hinter der Barkassa befindet sich der Zugang zum Warenmagazin, in welchem Warenvorräte, namentlich die Liköre, Weine und dergleichen aufbewahrt werden. Die sanitären Anlagen sind neuzeitlich und erst vor kurzem renoviert.“

Die „Arisierungsstelle der Gast- und Schankgewerbeinnung“ administrierte den Zwangsverkauf des Café Tegetthoff. Ein am 12. November 1938 von der „Vermögensverkehrsstelle im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit“ abgestempeltes Formular handelte die Aktion als erledigt: Verkäufer – Siegmund Zeisl, Käufer – Julius Christenheit. In der erzwungenen „Verkaufsanmeldung“ wies Siegmund Zeisl sein Kaffeehaus mit einem Fassungsraum von 140 Personen aus – als „vollkommen renoviertes Lokal“ an „einem der besten Posten Wiens“. Noch im Februar/März 1938 hatte der Besitzer seinen Betrieb generalsaniert.

In Rückschau auf Erich Zeisls Kindheit tut sich ein vom elterlichen Geschäftsbetrieb bestimmtes Familienleben auf. Als Rastpunkt für ein schillerndes Publikum wurde das Café Tegetthoff zum gern gesuchten melting-pot verschiedenster Identitäten. Die Lage am stark frequentierten Praterstern und die Nähe zum Nordbahnhof ließen Reisende, Schlendernde, Vergnügungssuchende oder Sonntags-Passanten zu Gästen werden. Und trotz aller Wirtschaftlichkeit spielte Musik im Hause Zeisl eine bedeutende Rolle: Neben dem am Klavier improvisierenden und komponierenden Erich konzertierten die Brüder Wilhelm (1907-1972) und Egon (1901-1964) als Sänger, der Vater Siegmund war Mitglied im Wiener Kaufmännischen Gesangverein. Einzig der Bruder Walter (1902-1949) ging andere Wege.

Verstreut verliefen sich die Wege der Zeisls letztlich mit dem Jahr 1938: Nach dem Novemberpogrom verließen die Söhne in abenteuerlicher Odysee Wien in Richtung Paris, die Eltern mussten zurück gelassen werden. Erich Zeisl flüchtete noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von Frankreich in die Vereinigten Staaten, von New York übersiedelte er später nach Hollywood. Durch Korrespondenz blieb der Kontakt zum Vater aufrecht. Die Briefe aus Wien waren innerer Halt und brachten Information über die Situation in der Heimatstadt – auch wurden sie zu Boten der Todesnachricht der Mutter Kamilla, die nach schwerer Krankheit am 6. April 1940 verstorben war. Malvine Feitler (1879-1942), Kamillas Schwester, nahm sich um die Familienangelegenheiten an. Sie heiratete Siegmund Zeisl.

Hatten die Eltern Siegmund und Kamilla bis 1938 um den Erhalt des traditionsreichen Familienbetriebs gekämpft, so wurde Siegmund Zeisl mit der Arisierung und dem „Verkauf“ des Cafés um seine Existenz gebracht. Die Briefe von Siegmund und der Stiefmutter Malvine nach Übersee sprachen immer wieder von Sehnsucht nach den Söhnen und dem Wunsch, Österreich ebenfalls zu verlassen, von finanziellen Sorgen, von Qualen und Schikanen um das Fortkommen in der Beschaffung der für die „Auswanderung“ nötigen Dokumente. „Endlich haben vom Konsulat die Mitteilung erhalten daß bei und Alles in Ordnung ist u nur mich um die Ausreise kümmern muss. […] Nun fahre ich doch nicht allein da ich doch die l Malvine geheiratet habe u bin glücklich so eine Lösung gefunden zu haben damit ich nicht allein in der Welt bleibe trotzdem Ihr meine Kinder so sehr brav seit [sic!] und [mich] auch in den letzten Jahren meines Lebens beträuen [sic!] werdet. […] Ich kann früher nichts beginnen bevor ich nicht die Vorverlegung erhalte da doch das Visum wie ihr doch wissen werdet in 4 Monaten abläuft Gott gebe daß ich früher davon komme. Dann werde mit Volldampf an die Arbeit gehen u mir Alles besorgen.“


Mit der Deportation Siegmund und Kamilla Zeisls nach Theresienstadt brach die Korrespondenz jäh ab: Am 14. Juli 1942 wurde Siegmund Zeisl, Kaffeehausbetreiber und Kaufmann in Wien, gemeinsam mit seiner zweiten Frau Malvine Zeisl von Wien nach Theresienstadt deportiert. Mit dem Transport IV/4 Wien – Theresienstadt kamen Siegmund Zeisl unter der Deportationsnummer 4-712 und Malvine Zeisl unter 4-713 am 15. Juli 1942 im Lager Theresienstadt an. Der Transport Bp Theresienstadt-Treblinka brachte Siegmund unter der Nummer Bp-547 und Malvine unter Bp-548 am 21. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka. Von der Ermordung seines Vaters und seiner Stiefmutter erfuhr der Komponist Erich Zeisl erst nach Kriegsende. In Reaktion auf die Todesnachricht schuf er 1944/45 mit dem Requiem Ebraico ein Mahn- und Gedenkwerk an die unzähligen Opfer des Holocaust. Erich Zeisls Herzenswunsch, nach dem Krieg wieder nach Wien zurück zu kehren, scheiterte. Das einstige Kaffeehaus-Kind der Leopoldstadt erlag 1959 im Alter von nur 53 Jahren im amerikanischen Exil einem Herzinfarkt.

7. 4. 1940

Meine l[ieben] Kinder!

Wie ein Wunder war es, daß in den letzten Tagen Eure 2 Briefe kamen, die Eure Mutter restlos glücklich machten. Als ich Ihr von deiner Verlobung l[ieber] Egon berichtete resp[ektive] vorlas strahlte Sie übers ganze Gesicht, faltete Sie die Hände, ich glaube es war ein Dankgebet, und sogar im Traum wiederholte Sie immer den Namen „Elli“ eine größere Freude hättest du Ihr bestimmt nicht bereiten können, und daß du l[ieber] Walter einen Posten bekommen hast, daß Erich & Willi im Radio Aufführungen hatten, Ihr Glück hatte kein Ende und glückselig u[nd] stolz erzählte Sie es Ihrer nächsten Umgebung. Ihr könnt glücklich sein, Eurer Mutter die letzten Tage verschönt zu haben. Und nun will auch ich dir l[ieber] Egon zu deiner Verlobung alles Glück auf Erden wünschen denn du verdienst es glücklich zu werden. So eine Überraschung! Ein Lichtblick in unserem Dasein! So schön wär Alles gewesen, doch der Mensch denkt und Gott lenkt. Einmal streichelte mich Eure Mutter[:] Bist mir nebst meinen Kindern das Liebste auf der Welt, küsse mir meine Kinder; ich entledige mich dieses Auftrags, küsse Euch innigst, bis ichs persönlich tun werde können, ein wertvoller Mensch ist nicht mehr, doch in meines und unserer Aller Liebe lebt er weiter. Nochmals mein l[ieber] Egon, du Sonntagskind, viel, viel Glück! Grüße mir deine Braut und sage Ihr, sie hat gut gebetet! In Liebe und Wehmut Eure Euch küssend[e]

Tante Malvine!

Und du l[ieber] Walter sei tapfer. Rackere dich nicht ab, damit du gesund bleibst.


Wien 1 Mai 1940

Meine l[ieben] Kinder

Seit 25 Febr[uar] habe von Euch keinen ausführlichen Brief bekommen u[nd] kann nur sagen wie sehnsüchtig wir alle warten von Euch gute Nachrichten zu erhalten. Inzwischen habe schon einige Briefe u[nd] Karten geschrieben u[nd] bis heute noch keine Nachricht von Euch. Im letzten Brief schreibst du l[iebe] Trude daß du so große Zahnschmerzen gehabt ha[s]t. Gott gebe daß Alles schon in Ordnung ist. In der l[ieben] Karte schreibt kein Datum daher wir nicht wissen wann die Karte geschrieben wurde. Es freut mich daß die Composition des l[ieben] Erich einen großen Erfolg hatte u[nd] bin außer Zweifel daß er vorwärts kommen wird, ein berühmter Componist in einem Jahr sein wird. Daß der l[iebe] Willi gesungen hat freut mich auch muss aber weiter Geduld haben u[nd] wir mit Gottes Hilfe auch über den Berg kommen. Briefe von Egon u[nd] Walter erhielten am 25 April wo sie mir schrieben daß Egon bei seinem zukünftigen Schwiegervater schon fleissig arbeitet u[nd] derl[ei] Mühe u[nd] Plage braucht um das neue Geschäft kennen zu lernen. Er wird sich aber bald hineinfinden. Auch Walter schreibt daß es ihm sehr gut geht u[nd] großen Erfolg in seinem neuen Beruf hat. Das Avidavit von Herrn Fink ist noch nicht gekommen sonst hätte vom Konsulat eine Verständigung bekommen. Die Schiffartsgesellschaft hat auch an die Amerikanische Schiffartges[sellschaft] geschrieben und an Euch wegen der 5 Punkte die nicht in Ordnung sind zu verständigen. Habe diesbezüglich auch dem l[ieben] Walter geschrieben. Jetzt ist halt die Situation eine andere nachdem meine geliebte Kamilla nicht mehr hier ist aber für mich immer lebte. Ihr könnt Euch denken wie schwer mir ums Herz ist daß auf Umwege[n] von dieser Katastrophe Euch verständigen musste. Wir haben sehr viel mitgemacht, namentlich die l[iebe] Malvine welche die letzten 4 Wochen von der Direction die Bewilligung erhalten hat bis Abend bei Ihr zu bleiben. Alles ist gethan worden um Ihr Alles zu erleichtern. Täglich sagte Sie laßt mir die Kinder küssen u[nd] sollen keine Trauer tragen. Sie hat in ihrem Krankheitszustand Alles versucht u[nd] konnten wir u[nd] auch der Professor nichts ausrichten. So gescheit war die l[iebe] Kamilla. Ihr könnt Euch denken was wir bis zum Schluss mitmachten. Gestorben ist sie am 6. April u[nd] begraben am 11. April in dem Grabe Ihrer Eltern. Ich schreibe deshalb so weil doch Briefe an Euch schon vorausgegangen sind. Telegrafieren konnten aber nicht, daher das zurücktelegrafieren zwecklos war. Für heute schließe

Es küsst Euch Euer Vater

Sämtliche Noten werde mitbringen & Willi soll stark sein und Muht [sic] fassen

Ilona lasse küssen

Schreibt mir ausführlicher. Brief aber mit Datum.


Meine Lieben! Liebste Trude!

Ich schließe mich den Schreiben meines armen tiefunglücklichen Bruders an, der das Liebste und Beste verloren hat. Für diesen Schmerz gibt es keinen Trost. Unsere teuerste Kamilla ist unersetzlich. So ein edles gutes Geschöpf gibt es nicht mehr. Du hast keine Ahnung wie sehr dich geliebt und wie sie sich freute zu Euch zu kommen. Es ist unfaßbar wie grausam das Schicksal ist. Es war zwischen uns kein gewöhnliches Verhältnis wie es bei Schwägerinnen der Fall ist. Sie war mir eine teure Schwester. Sie war immer in Sorge, daß sie ihr Heim verlassen muß, wir trösteten uns gegenseitig u[nd] ich sprach zu ihr sie soll sich keine Sorgen machen, wenn ich unterm Bett schlafen müßte du kommst zu mir. Dieses Furchtbare hat niemand geahnt. Malvine diese edle Seele hat Unmenschliches geleistet. Der liebe Gott soll es ihr lohnen. Sie war von liebevollen Menschen umgeben. Küsset alle Kinder auch Deine liebe gute Mama. Sei auch du, liebste Trude innigst geküßt von Eurer Euch liebenden

Tante Berta.

Ich bekam vor einigen Tagen von meiner Nichte Klara Lux ein Affidavit. Vielleicht ist es Dir möglich meinen Sohn hiervon zu verständigen. Nun bleibt noch unser Schmerzenskind Onkel

Siegfried übrig ohne dem ich mich niemals entschließen würde ihn allein hierzulassen. Er ist der Bravste und beste von Allen. Walter ist mit meinem Sohn in Fühlung da hoffe ich daß er ebenfalls bald ein Affidavit bekommt. Ich wünsche Euch allen viel Glück und Gesundheit. Der Segen Eurer teuren Mutter ruht auf Euch. Sie hat als Sie den letzten Brief gelesen, die Hände gefaltet und für Euer Wohl gebetet. Entschuldigt mir mein zerfahrenes Schreiben

ich bin noch immer von dem Unglück außer Fassung.


Meine Lieben!

Die l[iebe] Berta hat Euch über die l[iebe] Camilla, die uns allen so ans Herzen gewachsen war ihr tiefes Mitgefühl übermittelt. Wie aufrichtig lieb ich Sie hab, lässt sich mit Worten nicht wiedergeben. Der Allmächtige hat es so gewollt und wir müssen uns alle der Schickung fügen, uns bleibt nur die Erinnerung an dieses herrliche u[nd] gute Wesen. Herzliche Küsse allen Euer Euch liebender Siegfried

Nehmt auch von mir mein innigstes Beileid entgegen und habe ich niemanden so geliebt und verehrt wie unsere l[iebe] Camilla, sie bleibt mir unvergeßlich. Herzlichst küßt Euch alle

Lilly


Wien 28/5 1940

Meine vielgeliebte Trude Erich & Willi

Deinen l[ieben] Brief an mich u[nd] l[iebe] Malvine habe erhalten wo ich daraus ersehe daß ihr G[ott] s[ei] D[ank] gesund seit. Ich kann mir ja denken daß Ihr von der traurigen Nachricht sehr beunruhigt ward, aber über das Schicksal das uns betrifft, liegt in Gotteshand u[nd] kann man dagegen nichts machen. Ich bin seit der Krankheit unserer unvergleichlichen Kamilla nicht mehr derselbe muß mich aber trotzdem zusammenreissen um mich für Euch zu erhalten. Ich weiß ja daß es für mich ein furchtbarer Schlag war u[nd] nur den einen Trost noch habe Euch meine Lieben noch einmal zu sehn. Ich weiß gut l[iebe] Trude daß du ein gutes Kind bist sowie auch der l[iebe] Erich & Willy. Nur kann ich es nicht begreifen daß der l[iebe] Willy nicht eine Zeile noch geschrieben hat. Ist er vielleicht krank? Oder kann er aus Kränkung nicht schreiben. Er soll mir doch wenigstens einige Zeilen schreiben ob er gesund ist oder viel zu tun hat. Deinem l[ieben] Erich schrieb ich ja Alles. Sehr erfreut hat es mich zu hören, daß bald eine frohe Botschaft von Euch bekommen werde. Ich bin schon sehr neugierig. Hoffentlich werd[et] Ihr Glück haben. Wenn ich nicht die l[iebe] Malvine hätte wüsste ich nicht was ich anfangen möchte. Sie ist wirklich sehr brav u[nd] kümmert sich um Alles was für mich bestimmt ist. Auch der Siegfried schaut sich um mich um nur möchte er schon so weit halten wie sich um ein Avidavit von irgend einer Seite zu erhalten. Walter bemüht sich sehr. Auch von Egon & Walter bekommen sehr gute Nachrichten daß es Ihnen gut u[nd] immer besser wird. Egon hat ja geschrieben daß er schon im Juni oder Juli heiratet. Ich wäre froh wenn ich schon dabei wäre. Leider wird erst im Juli die deutsche Quote dazu kommen u[nd] dann zur Untersuchung u[nd] Schiffskarte. Also wie Ihr seht noch ein langer Weg bis ich wegfahren kann. Daß es der l[ieben] Mutter gut geht freut uns ungemein u[nd] sage Ihr ich habe mir an einem Tage 8 Zähne ziehen lassen da sie porös wurden. Wenigstens bekommt Sie ein ordentliches Gebiss. Ich lasse Sie herzlichst grüßen und küssen so wie dich Erich & Willi Euer

Vater

Viele herzliche Grüße von mir & Lilly

Euer Euch haltender Siegfried


[postscript to letter from Sigmund, dated 28 May 1940]

Habe auch vom Konsulat ein Schreiben bekommen, und zwar vom 10 & 14 Mai u[nd] auch am 21. daß Zusatzpapiere eingelangt sind u[nd] bis die Quotennummer daran kommt behandelt wird. Hoffentlich wird doch einmal das Avidavit gut sein. Sie sind jetzt sehr strenger auch bei der Untersuchung. Daß Ihr nach Los Angeles gehen sollt wird ja herrlich u[nd] habe schon sehr viel von dort gehört. Anschließend teile Euch mit, daß ich mich mit Euch sehr freue und Euern nächsten Brief schon nicht erwarten kann. Hoffentlich genügt mein Affid[avit]. Wenn meine Quote nur früher drankäme, man sagt es sollen 4 Wochen Differenz zwisch[en] d[er] deutsch[en] und tschech[ischen] sein. Vorläufig rührt sich nichts. Ich habe viele Plage, wie Ihr Euch denken könnt, und komme zu gar nichts. Wie verbringt Ihr eigentlich die Zeit? Wie hast du l[iebe] Trude dich schon mit dem Wirtschaftlichen befreundet? Was macht deine Juristerei? Und Erich wird schon sehr, sehr fleißig sein, und ich wär schon so froh wenn ich mit Euch plaudern könnte. Ihr seid wohl neugierig, was ich zu tun gedenke in Bezug meiner Reise zu Euch. Ich müsste wohl mit Eurem Vater fahren, um nicht allein zu reisen. Dann will ich ihm ja auch behilflich sein, und sein Gepäck zu spedieren, da er ja unbeholfen ist. Ich denke mir kommt Zeit, kommt Rat.

Wir haben jetzt herrliches Wetter, den Wonne Monat Mai. Wie ist es bei Euch? Sonst ist nichts, was ich Euch berichten könnte. Warum hat sich deine l[iebe] Mutter gleich alle Zähne nehmen lassen müssen? Sag Ihr, Sie soll sich nicht kränken. Sie wird Allen genau so gut gefallen wie früher. Übrigens werd ich Ihrs selber sagen bis ich komme. Wie gehts deiner Tante Mella? Wo ist Sie jetzt. Wie gehts Willy? Was sondiert er noch mit seinem Engerl oder ists schon eins? Er schreibt gar nichts. Ich muss fort gehen deshalb mache Schluss. Seid innigst geküsst ebenso Willi und Maria & Ilona

Eure Tante Malvine.


24. 10. 1940

Mein liebster Erich & Trude!

Heute Vormittag erhielten wir Euren l[ieben] Brief und Puppis Fotografien, für die Euch innigst danke. Schön und süß ist dieses kleine Menschlein. Stirn & Augen von der l[ieben] Trude, Nase & Mund vom Erich. Am besten gefällt mir das Bild wo das Kopferl klein ist, man kann sichs nicht genug oft ansehn wie brav von Euch uns diese Freude zu machen. Wenn ich mir das Bild ansehe, natürlich, natürlich tränenden Auges. Denn wenn wir Alle dieses kleine Lebewesen noch so lieb haben, niemand hätte es mehr geliebt als Kamilla, Eure Mutter, wie Ihr ja selbst genau wisst. Ich frage mich heute noch immer warum gerade Sie? Mein Alles hier! Doch ich will nicht undankbar sein. In Euch lebt Sie mir weiter, aber wie gerade Sie mir fehlt, das kann ich Euch gar nicht sagen aber begreifen und verstehn werdet Ihr mich sicher. Euer Bärbele hat Euch geholfen darüber hinwegzukommen und das ist ein Glück, leider werde ich sehr lange warten müssen, dieses Glücks teilhaftig zu werden; wir sind auf dich mein l[ieber] Erich sehr stolz und gebe Gott daß du auch weiterhin so tüchtig und schaffensfreudig sein mögest und die Leiter der Ruhmes langsam zu erklimmen. Ein bisschen Glück dazu, damit du auch die Früchte deiner Arbeit genießen kannst, dies ist unser Aller Wunsch für dich. (Hoffentlich wendest du dein geflügeltes Zitat, beginnend mit L. nicht auch bei mir an.) Kenne ich dich doch zu gut, bist und bleibst eben ein Origi[nal] und ein guter Kerl bist du ja ebendrein. Verstanden haben wir dich zwar nicht, und jetzt freuen wir uns so mit dir, ob wirs verdienen, ich weiß es du siehst ich bin ehrlich genug es dir zu sagen und einzugestehn. Ich fürchte leider länger warten zu müssen, als mir lieb ist, da ich nicht so ein Typ bin als Euer Vater der in Allem und jedem ein gottbegnadetes Talent hat um mich bald persönlich von Allem überzeugen zu können.Von uns gibt es sonst nichts zu berichten, es ist G[ott] s[ei] D[ank] Alles beim Alten.

Wie gerne möchte ich Dir helfen liebste Trude, ich zerbreche mir ohnedies nur den Kopf wie du es bestreiten kannst mit deinen zwei Babys. Ich weiß ja was so ein Pamperlatsch [Viennese for Kind] für Arbeit gibt. Du hast l[iebe] Trude bez[üglich] unsrer sel[igen] Camilla einen Wunsch geäuß[er]t, den zu erfüllen ich derzeit außer Stande bin, wie wird’s in übersehbarer Zeit möglich sein. Ich werde bestimmt nicht vergessen.

Wenn ich drüben wäre möchte ich doch entbitten, Bärbele möchte mich auch lieb gewinnen, haben mich doch alle 4 Buben (als Sie Kinder waren) sehr lieb gehabt. Doch leider lässt sich mit dem „wenn“ nicht viel ausrichten. Küss mir l[iebe] Trude deine l[iebe] Mutter, die Vielgeplagte und Tüchtigste der Frauen. Bleibt uns Alle gesund, ja ich will Euch noch innigst drücken für die Gastfreundschaft die Ihr Dorl & Gretl gewährt habt. Seid oft und oft geküßt von [uns] bleibt glücklich und zufrieden zu unsrer Aller Freude Eure Euch

Innigst liebende

Torte[n] Tante Malvi[ne]


Wien, 25. 10. 1940

Meine vielgeliebte Trude & Erich

Ich bin von Eurem Brief sehr überrascht worden und habt mir eine große Freude bereitet. Namentlich wenn man von so einer weiten Ferne so einen wunderen Bericht bekommt. Alle waren wir bei Tisch u[nd] horchten wie Onkel Siegfried u[nd] die l[iebe] Malvine den Englischen Brief übersetzten. Ich habe mir das ja schon so vorgestellt, daß du lieber Erich einmal wenn du draussen bist ein großer Komponist werden wirst. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu u[nd] hoffe daß du es immer haben wirst, wenn du so eine brave und tüchtige Hausfrau zur Seite hast, die dir auch alle Wege leitet und die größte Intelligenz hat. Ich wünsche dir u[nd] der l[ieben] Trude weiter viel Glück und Gesundheit. Daß Erich der l[iebe] Gott beschützen möge. Vorläufig bin ich sehr optimistisch auf dich l[ieber] Erich u[nd] soll es mir weiter so bleiben bis auch mir das Glück gegönnt sein werde einmal persönlich Alles miterleben zu können. Die Fotografien der l[ieben] Barbara ist das herzigste u[nd] schönste was man sich vorstellt, denn auf dem Bild schaut sie so gutwillig u[nd] treu drein wie wenn sie schon 2 Jahre alt wäre. Natürlich ist die l[iebe] Barbara der Segen im Hause u[nd] wäre schon froh u[nd] glücklich wenn ich sie in meinen Armen tragen könnte. Hoffentlich wird auch das werden. Vom Konsulat habe ein Schreiben bekommen daß Alle Zusatzpapiere vom Herrn Brüll, Egon & Walters Bankkonto eingelangt sind u[nd] warten muß bis nun auch die Reise kommt. Vorläufig ist vom Konsulat kein Visum u[nd] zur Untersuchung komm auch nicht ohne Schiffskarte u[nd] soll man via Lissabon u[nd] Russland auch noch nicht fahren könn[en]. Bis dahin muß man halt warten. Hoffentlich wird sich bald eine Lösung finden. Der l[iebe] Siegfried wartet auch schon auf sein Avidavit von irgend jemandem. Die l[iebe] Malvine kommt am 3 Nov[ember] dran u[nd] hat auch noch keine Verständigung. Für heute schließe und bleibt Alle weiter gesund.

Euer Vater

Dem Willi habe separat einen Brief geschrieben.

Küsse mir die l[iebe] Mama u[nd] wünsche Ihr Alles Gute

namentlich Gesundheit.

[Insert on page 1:] Mit meinem Ohr geht es schon besser u[nd] behandelt mich Dr. Gold gscheidt [Viennese for tüchtig]. Ich höre ganz gut und wär 14Tägig ausge[illegible]


Wien 10/2 1941

Meine l[iebe] Trude & Erich

Seit 2 Monaten habe kein Lebenszeichen von Euch meine Lieben gehört, daher bin auch beunruhigt ob nicht etwas passiert ist. Hoffentlich seit Ihr Alle gesund, wovon ich dasselbe von uns mitteilen kann. Seit Ihr schreibfaul oder habt so viel zu tun daß Ihr nicht dazu kommt zu schreiben. Ich höre immer von Milwaukee über Alles was vorgeht würde mich doch freuen von Euch etwas zu hören. Mir ist schon schrecklich bang und würde mich unendlich freuen endlich einmal gefah[rlos] leben zu können. Auch von Barbara berichtet man mir daß Sie das bravste und schönste Kind in USA ist. Ich kann mir das ja vorstellen wenn man so schöne Eltern hat. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen was für eine Freude ich u[nd] die l[iebe] Malvine haben wenn wir von Milwaukee nur gutes hören u[nd] der l[iebe] Erich viel zu tun hat. Es muss ja einmal einschlagen u[nd] hoffe dass es dem l[ieben] Erich gelingen wird etwas Großes und Schönes zu componieren damit enormen Welterfolg hat.

Betreff unserer Angelegenheit ergab sich trotzdem ich zur Frage den 13. Bogen angeschickt habe nichts. Da sind wir jetzt viele tausende die auch wissen wollen wie sie daran sind. Im amerikanischen Konsulat sollen jetzt Erleichterungen sein. Vielleicht bin ich einer darunter welcher daran kommt um endlich das Visum zu bekommen. Falls ich das bekomme werde sofort nach Milwaukee telegrafieren dass Sie Alles Nötige was noch zu besorgen ist machen. Jetzt dauert mir ja schon zu lange die ganze Angelegenheit. Falls es gut ausgeht telegrafiere um die Schiffskarte nach Milwaukee wo mir Walter schon schrieb daß für mich Alles bereit steht. Von Willi Walter & Egon höre nur gutes u[nd] soll es Ihnen Allen gut gehen. Auch die l[iebe] Elly schreibt mir herzig davon u[nd] muß Sie ein sehr gutes Geschöpf sein. Auch von der l[ieben] Mama höre ich nur, daß Sie sich sehr plagen muß u[nd] die l[iebe] Barbara für Alles entschädigt. Für heute schließe u[nd] küsse dich l[iebe] Trude & Erich sowie die herzige Barberle und Mama Jellinek Euer

Aufrichtiger Vater

17. 2. 1941

Liebste Trude & Erich!

Mit Eurem v. 29.XI.40 dat[ierten] Brief haben wir große Freude gehabt, ersehn daraus Euer Aller Wohlbefinden, und auch wir sind wohlauf. Von allen Seiten höre ich Schönes von Bärbele und Gott weiß, wann ich sie sehen werde, ich denke immer an dich l[ieber] Erich, als du noch ein Baby warst, warst ja auch zum Fressen lieb, kannst dir denken wie gerne ich schon den Vergleich wahrmachen möchte, so ein kleiner Knirps! Habs Allen angetan. [oldfashioned for: ich habe niemanden mit dieser Feststellung verschont] Glücklich bin ich, daß du dir dein Leben verdienst, dies ist schon sehr viel und den Kampf um „Money“ bist du ja von früher gewohnt. Es ist ein Glück daß du dich schon durchgesetzt hast. Jenny, die Mutter von deinem Schüler Egon P. schreibt mir: von Erichs Erfolgen las ich in einer deutsch[-]argentinischen Zeitung, wollte dir den Artikel einschicken, Brief zu schwer. Sie heißt La Paz. Sie freue sich mit uns, und erst dir!!

Egon arbeitet jetzt 12 St[unden] in der Nacht, derweil wechselt. Er will mit seinem Vater eine maschinelle Erzeugung beginnen, behandelt ihn wie seinen kleineren Bruder, ist das nicht originell? Deine Zeilen liebste Trude lese ich immer wieder, glaube dich sprechen zu hören, die letzten Silben verschludernd, das habe ich so gern gehört!

[Ts]chechische Quote hält [illegible] Oktober. Dann komme ich später eben. Wann dieses später sein wird, weiß ich nicht. Jedenfalls dauert mirs zu lange. Wir sind ja so glücklich wenn von drüben gute Aussichten einlangen, das könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen, [illegible]. Sag, seid Ihr nicht eingefroren da draußen? Muss ja schrecklich kalt sein. Wir haben schönes Wetter hier zwischen 5-10% Wärme.

Beim Durchlesen bemerkte ich, daß ich ungeschickt geschrieben. Nicht ich schreibe, daß ich den Zeitungsausschnitt nicht beigelegt. Jenny schrieb außer mir eh noch Ihren Geschwistern und da wäre der Brief zu schwer gewesen, denn ich hätte Euch den Ausschnitt beigelegt.

Wie ich diese Zeilen Euch sende, hat Bärbele schon wieder ein mal zwei Zähnchen mehr. Genug für heute. Ich hoffe bald wieder Erbauliches von Euch zu hören und in dieser Erwarthung umarm ich Euch mit Eurer Schwie – ma [= Schwiegermutter] tausende male küsse Euch innigst Eure

Tante Malvine

Heuer zu Egons Geburtstag habe ich geschrieben.


5. III. 1941

Meine Lieben Alle!!

Sehr erfreut Euch Alle wohl zu wissen, kann ich doch gleich von uns berichten. Wir erhielten Eure Depeschen und danke ich Euch für die mir gesandten Zusatzpapiere[.] Küsse jeden von Euch herzlich hiefür und nun warten wir ab und wann die Erledigung sein wird. Es geht viel zu langsam für unsere Geduld, wie Ihr Euch ja denken könnt. Wenn Eure Briefe und noch Georges Brief kommt, dann sind wir zuversichtlich, haben die Hoffnung doch noch letzten Endes zu Euch zu gelangen. Unverzeihlich von mir, ausgerechnet in Kaplitz auf die Welt gekommen zu sein. Ungeboren war ich schon so dumm; wenn schon nicht lachen, aber kichern werdet ihr jetzt bestimmt über mich, aber glaubt mir, mir ist nicht zum lachen. Brav, daß Ihr alle schreibt. Unsere einzige Freude und gar wenn die l[iebe] Elly sich immer dran beteiligt, da haben wir dann ebensolche Freude. Jawoll ich lese ja gerne Eure Briefe und stelle mir dann vor wie Ihr Euch unterhalten würdet, wenn ich Euch Englisch schriebe. Ich wollte liebste Elly ich könnte das so gut wie Ihr! Daß Ihr Euch plagt weiß ich. G[ott] s[ei] D[ank] verdient Euer Leben und Du liebster Willi wirst auch so bald so weit sein, wie gerne wollte auch ich schon bei Dir arbeiten! Euer Liebesgab Paket von Weihnachten haben wir schon eingehend besichtigt und auch Euch gedankt hiefür, es war wundervoll und erstklassig zusammengestellt, wir zehren noch immer davon. Wie sich das Blatt wendet. Ihr sendet Max ein Paket! Unfassbar! Und ich gehe immer wie dem Wendepunkt was du thust, thust du dir! Wo sind Max und Blanca und George? Wenn der l[iebe] Walter Ihnen schreibt, grüße Sie von mir eh denke ich daran wie wir einmal in Amer[ika] beisammen wären, vorbei! Also meine innigsten geliebten Kinder: Bleibt uns gesund. Seid umarmt und geküßt und gedrückt von Eurer Tante Wine [=Malvine]

5/3 1941

Mein l[ieber] Egon, Walter & Willy

Ich erhielt heute mit Freude Eure l[ieben] Briefe wo Ihr mitteilt daß Alles gesund ist u[nd] Eueren Berufen nachgehen könnt. Auch ich und die l[iebe] Malvine sind gesund u[nd] haben das Empfinden trotz der Schwierigkeiten die uns noch bevorstehen nicht so bald als möglich zu Euch zu kommen. Um Brief zu schreiben dauert es schrecklich lange so muß man wenn man etwas wissen will telegrafieren was auch mit Schwierigkeiten verbunden ist. Nicht destoweniger haben schon 2 mal telegrafiert beide mit Retourantwort. Eines haben erhalten die Zusatzpapiere für mich Malvine & Siegfried auch 24 Feber abgesannt wurden. Natürlich ist das wichtigste namentlich für mich die Schiffskarte mit Buchung da ich es von hier aus nicht machen kann. Ich daher auf Euch angewiesen bin. Ich habe auch diesbezüglich mit der Kultusgemeinde gesprochen u[nd] geantwortet bekommen daß Ihr Alles betreffs der Schiffskarte erledigen müsst.

Auch vom Konsulat erhielt ein Schreiben. Personen die in der Lage sind die Reise durchzuführen sollten genaue Reisepläne machen u[nd] ausführliche Nachweise darüber darlegen. Diese Nachweise sollten aus ordnungsgemäß gezeichneten Briefen oder Bescheinigungen einer Schiffartsgesellschaft oder deiner Agentur bestehen, die eine Bestätigung enthalten daß ein Schiffsplatz für ein bestimmtes Schiff u[nd] ein bestimmtes Abfartsdatum gebucht wurde. Dieses Generalkonsulat muss die Gewissheit erhalten, daß der Visumwerber innerhalb der Gültigkeitsdauer des Visum die Überfahrt durchführen kann.

Nachweise die den oben genannten Anforderungen entsprechen, sollten an dieses Formular angeheftet u[nd] hieher recommandirt eingesandt werden. Dieses Formular war an mich gerichtet worden. Jedenfalls müsst Ihr Euch danach richten u[nd] von dort aus Alles ordnen. Die l[iebe] Elly lasse herzlichst küssen u[nd] wünsche Ihr Alles gute.

Für heute schließe. Verbleibe Euer aufrichtiger

Vater

Habe eine Verständigung für 2 Paquet bekommen aber noch nichts erhalten.


Wien 10/3 1941

Meine Lieben

Euren lieben Brief vom 4/II 41 haben erhalten u[nd] beantworte ihn sofort u[nd] danke Gott, daß Ihr Alle gesund seit u[nd] ich daßelbe von uns mitteilen kann. Ich schreibe doch jede Woche und staune daß Ihr so wenig Briefe bekommt. Vom Konsulat habe noch keine

Verständigung betreffs Visum und Ausreise bekommen und muss vor Allen die Schiffskarte gebucht u[nd] bezahlt werden u[nd] kann man es nicht von hier machen wie es auch [illegible] wäre. Ich bin schon ganz verzweifelt daß Alles so lange dauert u[nd] ich doch nicht weiß, wie es mit mir ausfällt. Hoffentlich veranlaßt Alles was zu geschehen hat, um doch endlich meine Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Mit den Zusatzpapieren ist mir Allein nicht gedient, wenn nicht die Schiffskarte schon gebucht ist. Habe auch telegrafiert, um rascher zum Ziele zu gelangen. Auch der l[iebe] Siegfried hat auf 3 Seiten Luftpost geschrieben. Gebe Gott, daß es doch gelingen wird nur mit Eurer Hilfe bald fahren zu können u[nd] in Lissabon oder anderswo abwarten zu können, bis das Schiff geht. Tante Malvine arbeitet auch fleißig in Ihrer Angelegenheit leider geht die [ts]chechische Quote sehr langsam, da Sie doch erst am

3 Nov[ember] 38 registriert ist. Hoffentlich haben wir noch Glück. Das hängt von Gott ab die Ausreise zu erlangen. Ich weiß nicht warum es gerade bei mir so lange dauert wo andere schon die Schiffskarte gebucht haben u[nd] das Konsulat verständigt wird. Ich habe schon alles in der Wohnung, mein Schlafzimmer was ich noch hatte verkauft u[nd] warte nur auf die Verständigung von Euch daß Alles in Ordnung geht und ich daran gehen kann meine ganze Sache bei den Behörden zu ordnen. Es dauert schon diese Sache geraume Zeit, bis ich Pass & Unbedenklichkeit frisch erhalte. Ich freue mich daß es dir u[nd] der l[ieben] Elly gut geht, u[nd] auch Willy seiner Beschäftigung nachgehen kann. Du l[ieber] Walter paßt mir beim Fahren des Auto auf. Wenn Du schon einen Wagen hast und fahre Anfang langsam. Für heute schließe mein Schreiben u[nd] küsse Euch Alle Euer

Vater


Wien 28/4 1941

Mein l[iebe] Trude & Erich

Ich kann Euch gar nicht sagen was für eine Freude ich habe nach so langer Zeit einen Brief zu erhalten. Ich bin ganz glücklich zu hören daß Ihr gesund seit, wo ich Euch von uns daßelbe mitteilen kann[.] Endlich haben vom Konsulat die Mitteilung erhalten daß bei uns Alles in Ordnung ist u[nd] nur mich um die Ausreise kümmern muss. Leider habe von der americ[an] Express Company ein Schreiben bekommen daß ich in Lissabon für 5 Dez[ember] gebucht worden bin[.] Könnt Euch denken wie mir da zu Mute worden ist. Habe gleich nach Erhalt des Briefes ersucht wenn es möglich ist um eine Vorverlegung für Juni Juli u[nd] warte auf Antwort. Ich schrieb Ihnen daß ich für die Spesen welche daraus erwachsen aufkommen werde. Nun fahre ich doch nicht allein da ich doch die l[iebe] Malvine geheiratet habe u[nd] bin glücklich so eine Lösung gefunden zu haben damit ich nicht allein in der Welt bleibe trotzdem Ihr meine Kinder so sehr brav seit und auch in den letzten Jahren meines Lebens beträuen werdet. Ich kann es gar nicht erwarten Euch und meine kleine Bärbele umarmen zu können. Jetzt muss sie doch sehr herzig sein wenn man von so einer Mutter abstammt. Leider ist es der l[ieben] Camilla nicht gegönnt gewesen sie zu sehen was doch ihr sehnlichster Wunsch war. Natürlich genießt jetzt deine l[iebe] Mutter die grosse Freude. Die Hauptsache ist jetzt, daß Ihr zufrieden seit u[nd] wird der l[iebe] Gott Euch weiter Glück u[nd] Gesundheit geben u[nd] der l[iebe] Erich in dem grossen Reiche eine ansehnliche Karriere machen. Ich kann früher nichts beginnen bevor ich nicht die Vorverlegung erhalte das doch das Visum wie ihr doch wissen werdet in 4 Monaten abläuft[.] Gott gebe daß ich früher davon komme. Dann werde mit Volldampf an die Arbeit gehen u[nd] mir Alles besorgen[.]

Für heute schließe mein Schreiben u[nd] verbleibe

Euer aufrichtiger

Vater


1. Mai 1941

Mein liebster Erich & Trude

Endlich kam Euer lang ersehnter Brief der uns Euer Aller Wohlbefinden angezeigt hat worüber wir wirklich froh sind. Sigmund hat Euch ja berichtet, daß auch wir uns wohl fühlen. Deinen Rat liebste Trude in Shanghei abzuwarten habe ich nicht mehr nötig, da ich ja mit Sigmund gemeinsam verreisen will und muss. Ich habe schon einige Briefe, ein Telegramm diesbezüglich abgesendet, aber die Rückantwort noch nicht erhalten. Wir haben schon den 20ziger Bogen (dies ist der letzte) erhalten und ich, als Sigmunds Gattin, habe dieselben Quoten. Als letztes müssen wir den endgültigen Zeitpunkt unserer Ausreise (hoffentlich erhalten wir Vorverlegung) bekannt geben; da auch liebste Trude du darum angesucht hast, danke auch ich dir dafür aufs herzlichste[.] Kannst dir denken, daß ich schon wirklich kaum erwarten kann Puppy zu sehn, von allen Seiten hören wir wie goldig sie ist, ein ganz kleiner Herzensdieb, und sogar auch Erich. Wir haben nach Lissabon um Vorverlegung des Permis in deutscher Sprache geschrieben, resp[ektive] gebeten, und bin ich froh daß du in Euerer Sprache ebenfalls hingeschrieben, doppelt reißt nicht. Nur müssen jetzt beide Plätze auf einem Schiff sein und darauf warten wir. Wir haben, wie Ihr Euch ja denken könnt, nur den einen Gedanken New York Milwaukee.

Immer liegt Euren Schreiben eine erfreuliche Nachricht bei. Erichs Radioaufführung: Wie aufgeregt wir sein werden, wenn es uns wieder einmal vergönnt sein wird, deine Werke l[ieber] Erich wieder einmal zu hörn, fein wird das sein, wir sind geduldig und müssen es auch sein, aber freuen, das dürfen wir uns a conto! Wie Sigmund immer strahlt, das dürftest du l[ieber] Erich doch noch in Erinnerung haben glaube ich. Er ist ja so stolz auf seine vier Buama [Viennese for Buben], und du liebste Trude bist sein Herzbinkerl [Viennese for Liebling/Lieblingskind], überdies weißt du es ja eh! Gestern war wieder Euer Freund H[err] Gomst [?] bei uns, der sich immer über alle Briefe, die von Euch und aus Milw[aukee] kamen, stürzt, der letzte vom 2. April, von Euch gesendet, kam gestern am 30. April an. Daß du noch immer George Arbeit verschaffst ist so brav von dir. Ich küsse dich ganz speziell dafür per Luftpost, jetzt musst du viel componieren, hast eine große Familie zu erhalten, gelt? Ich schreibe wieder bloß 1 mal, manchmal 2 mal wöchentlich an George, und unser Cousin Dr. A. Feitler schrieb seiner Schwester, daß George schon fast zwei Monate ohne Nachricht von mir ist. Bitte l[ieber] Erich sage ihm das, und hoffentlich bekommst du unser Schreiben. Von Egon, Elly & Walter bekamen wir vorige Woche ebenfalls Nachricht, und von George am 24. März die Schiffskarte und Brief, eingelangt am 10. April. Könnt Euch gar nicht denken, wie glücklich ich war, ein großer Schritt vorwärts.

Warum liebste Trude schreibst du mir nichts von deiner Mutter? Hoffentlich ist auch sie wohlauf und ganz [alternative Viennese expression for erst] Puppy! Von uns wüsste nichts lesenswertes zu berichten mehr, und deshalb schließe für heute. Heute ist kühl und Regen, alles grünt und bleibt schon, einzig schön die Natur. Kann mir denken wie wundervoll es jetzt bei Euch sein mag und so meine Lieben bleibt gesund, küsst mir Puppy. Lässt Euch umarmen von mir und innigst küssen in aller Liebe, ebenso Mama Ilona

Euere Tante Wine [=Malvine]!


Wien 21/6 1941

Meine Lieben

Hoffentlich seit Ihr im Besitze unserer Briefe u. gebe mir Gott, daß Ihr Alle gesund bleibt, was ich Euch Euch von uns Daßelbe mitteilen kann. Wir warten sehnsüchtig auf frischen Brief da es schon länger dauert u. wir gar keine Verständigung von Erich haben. Jetzt ist es hier schon sehr heiß[,] wahrscheinlich bei Euch auch. Ich kann nur berichten[,] daß es für uns immer trauriger wird[,] da wir was vorauszusehen war nicht so schnell fahren zu können als wir hofften. Malvine hat gestern um ihren Pass angesucht weil sie mußte und ich wahrscheinlich warten muß da meine Papiere alle schon angelaufen sind u. die Erneuerung nicht machen kann da mir sonst wieder Alles abläuft. Betreff der Vorverlegung habe auch keinen Bescheid trotzdem ich nach Allen Seiten geschrieben habe, jetzt wäre noch glücklich wenn ich den 5 Dez[ember] fahren könnte. Da doch das Visum Anfangs October laut Ansprache vom Konsulat erhalten werde. Wie Ihr seht, geht Alles sehr langsam aber der l[iebe] Gott wird uns doch beschützen daß wir wenigstens zu dem Termin fahren können. Von Erich u. Trude haben auch Brief erhalten als Sie uns mitteilen daß es Ihnen ganz gut geht u. die kl[eine] Barbarle das herzigste Kind und auch das hübscheste ist und schon zum plauschen anfängt. Ich bin nur ganz glücklich daß es Euch Allen ganz gut geht und hoffe doch daß es nicht mehr so lange dauern wird als es gedauert hat, Euch Alle mit meiner Malvine welche doch auch auf meiner Quote erledigt ist fahren zu können. Von Willy haben schon lange Zeit keine einzige Zeile bekommen. Hoffentlich geht es ihm gut, oder will er uns überraschen. Schreibfaul war er ja immer aber in der Fremde freut man sich doppelt von Ihm etwas zu hören. In dem ich Euch Alle herzlichst grüße verbleibe Euer aufrichtiger

Vater

Auch Onkel Siegfried weiß noch von gar nichts wies in der Angelegenheit steht.


Wien 15/7 1941

Meine l[iebe] Trude & Erich

Schon lange keine Nachricht erhalten kann ich nicht umhin Euch meine Lieben einige Zeilen zu schreiben und hoffe dass Ihr Alle gesund seit was ich auch von uns mitteilen kann. Wir sind schon sehr neugierig wie deine Aufführung l[ieber] Erich ausgefallen ist. Gott gebe dass du weiter Fortschritte machst u[nd] eine große Carriere bekommst. Denn wie ich weiß hilft die ja die l[iebe] Trude zu Allen deinen Erfolgen. Ich habe ja schon so viel von Eurer Barbarle gehört u[nd] kann mir denken was Ihr treibt wenn Sie einmal plauschen [Viennese for sprechen] wird. Ich u[nd] die l[iebe] Malvine können die Stunde kaum erwarten Alle meine Lieben umarmen zu können. Leider ist vorläufig das Konsulat gesperrt, daher nichts beginnen kann. Liebe Trude man sagte mir dass man von Waschington [sic] etwas erreichen kann und vielleicht das Visum in Berlin zu erhalten und dann über Barcelona nach USA kommen zu können. Auch schreiben Leute dass auch die Möglichkeit besteht in der Schweiz die Aufenthaltsbewilligung auf einige Monate zu erhalten. Jedenfalls muß man Alles versuchen u[nd] ich glaube wenn man 4 Kinder hat u[nd] in guter Position stehen doch mit Gottes Hilfe etwas erreichen kann. Jedenfalls müssen wir uns in das Schicksal fügen. Die Zeit ist doch nicht mehr so lange zum 5 Dez[ember] fahren zu können. Jedenfalls handelt es sich um das Visum wie u[nd] wann man es bekommt. Ich kann ja betreff meiner Verlängerung des Passes & Unbedenklichkeit gar nichts anfangen. Die l[iebe] Malvine müßte den Pass & Unb[edenklichkeit] jetzt schon nehmen u[nd] die Abfahrt bezahlen zu können. Hier ist jetzt auch eine große Hitze. Hoffentlich geht auch das bald vorüber. Die Zeit rückt ferner u[nd] gebe Gott Euch Alle umarmen zu können. Was macht die l[iebe] Mama? Ist Sie gesund da wir doch schon Monate lange kein Lebenszeichen von Ihr hören. Nachdem du l[iebe] Trude die einzige Person bist mit Ausnahme Dorl [Isador Feitler?] etwas auszurichten. Danke dir im vorhinein für deine Mühe u[nd] küsse doch die kl[eine] Barbarle & Erich

Dein aufrichtiger Vater


Meine Lieben

Heute erhielt Brief von dir l[ieber] Walter wo ich daraus ersehe daß Ihr Alle gesund seit u[nd] ich auch von mir u[nd] der l[ieben] Malvine dasselbe mitteilen kann. Du schreibst was du Alles für uns gemacht hast, u[nd] soviele Affidavits insgesamt hast die wir jetzt mit Ausnahme Onkel Siegfried gar nicht mehr gebraucht haben u[nd] schon die Verständigung

vom Konsulat erhalten haben daß bei mir u[nd] sowol für Malvine alles in Ordnung ist und

der Ausreise nichts im Wege steht, sobald die Schiffskarten gebucht sind. Leider haben die

Antwort von Lissabon erhalten daß ich erst am 5 Dez[ember] und Malvine am 9 Jänner fahren kann da Alles bis zu dieser Zeit ausverkauft ist. Ich habe sofort nach Berlin als auch nach Lissabon um Vorverlegung angesucht, wo ich schon 14 Tage auf Antwort warte u[nd] auf die Spesen welche daraus erwachsen aufkommen werde. Hoffentlich werde Erfolg haben um früher fahren zu können. Ich habe um die Vorverlegung für Ende Juni oder Juli angesucht. Ich und die liebe Malvine haben sich schon so gefreut, Euch bald umarmen zu können nachdem uns schon sehr bange nach Alle ist, kann daher momentan garnichts beginnen da doch das Visum in 4 Monate sonst abläuft und von vorn beginnen müsste. Auch dem lieben Egon Danke für die Bemühungen die er mit uns hatte u[nd] wird es der l[iebe] Gott dafür belohnen. Daß es dem lieben Willy gut geht und auch einen Job bekam freut mich unendlich u[nd] soll nur Geduld haben und fleißig sein und gesund bleiben. Warum schreibt er so wenig hat er so viel zu tun oder ist es Schreibfaulheit, er könnte doch immer einige Zeilen dazuschreiben. Vom l[ieben] Erich und Trude haben schon lange nichts bekommen. Hoffentlich sind Sie alle gesund od[er] hat er so viel zu tun mit der kleinen Barbara die muß doch jetzt sehr herzig sein. Ich lasse meine l[iebe] Elly herzlichst grüßen und küssen und verbleibe Euer aufrichtiger

Vater

Trude und Erichs Brief vom 2. April haben mit Freude erhalten und werden den möglichst sofort beantworten.

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Siegmund Zeisl's Timeline

1871
August 9, 1871
Vienna, Vienna, Austria

No. 288064
Year 1871
Numerative 5007
Code 1
Volume Wien
Last Name Zeisl
First Name Sigmund
Parents/Annotation Emanuel/Reichmann Rosalie
Last Name Partner
First Name Partner

https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-LB2Q-8T?mode=g&i=5...

1901
February 17, 1901
Age 29
Vienna, Austria
1902
August 5, 1902
Age 30
Vienna, Austria
1905
May 18, 1905
Age 33
Vienna, Vienna, Austria
1907
January 24, 1907
Age 35
Vienna, Austria
1942
1942
Age 70
Treblinka, Ostrów Mazowiecka County, Masovian Voivodeship, Poland

http://www.holocaust.cz/en/database-of-victims/victim/61004-sigmund...

Born 09. 08. 1871
Last residence before deportation: Vídeň 2, Schönererstrasse 42
Transport IV/4, no. 712 (Vienna -> Terezín)
Transport Bp, no. 547 (21. 09. 1942, Terezín -> Treblinka)