Sephora / Flora Sachs

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Sephora / Flora Sachs (Wildberg)

Birthdate:
Birthplace: Bibra,, Meiningen, Thüringen, Germany
Death: circa 1930 (70-79)
Weimar, Thüringen, Germany
Immediate Family:

Wife of Rudolf Sachs
Mother of Max Sachs; Ignaz Sachs; Olga Leopold; Hilde Eckstein; Käthchen Heilbrun and 2 others

Managed by: Lutz Grube
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Immediate Family

About Sephora / Flora Sachs

Sephora Flora SACHS, née WILDBERG: b. 1855, Bibra - d. circa 1930, Weimar

Information courtesy of various sources, including the following:

Vom Verblassen der jüdischen Spuren in Weimar – Lernort Weimar e.V.

https://lernort-weimar.de/stolpersteine/familie-sachs/vom-verblassen-der-juedischen-spuren-in-weimar/

Mit Schwung und Tatkraft: Familie Sachs kommt nach Weimar

Rudolf Sachs und seine Frau mit dem klingenden Namen Flora Sephora, geborene Wildberg, sind beide 1855 in Bibra geboren, finden hier zueinander und gründen eine Familie. Alle sieben Kinder kommen in Bibra zur Welt: Max, der älteste, Ignatz folgt 1883, die drei Mädchen Olga, Hilde und Käthchen 1884, 1886 und 1888, die jüngsten sind Kurt und Karl.

Das vergleichsweise kleine Bibra zählt 1885 nur 663 Einwohner, von denen jedoch 134 jüdischen Glaubens sind – sie machen zwanzig Prozent der Einwohner aus. Dementsprechend weist das Dorf eine aktive jüdische Gemeinde auf, die über eine Synagoge, einen Schulraum nebst Lehrerwohnung, ein Backhaus und eine Mikwe verfügt. Dennoch leben die meisten Bibraer Juden in eher ärmlichen Verhältnissen und verdienen ihren Lebensunterhalt als Händler (von Textilien, Vieh und Kleinwaren), Fleischer, Schneider und Landwirt.5

Rudolf Sachs und Sephora Wildberg gehen hier in die „israelitische Volksschule“ und lernen bei dem eigens angestellten Lehrer Georg Holländer aus dem benachbarten Bauerbach. Ihre älteren Kinder besuchen noch in Bibra die Dorfschule, mit der die israelitische Volksschule seit 1876 vereint ist, und erhalten gesondert Religionsunterricht.

Der Wegzug der Familie Sachs reiht sich ein in eine ökonomisch begründete Landflucht, die Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur Bibras jüdische Bewohnerschaft um fast ein Viertel sinken läßt und die bis in die dreißiger Jahre anhält. 1898, als die Familie Sachs den Umzug nach Weimar beschließt, leben noch 105 Personen jüdischen Glaubens in Bibra. 1932/33 sind es nur noch 57. Der letzte in Bibra ansässige Jude, Oskar Meyer, wird im März 1943 nach Theresienstadt deportiert; damit erlischt die Israelitische Kultusgemeinde des Ortes.

Nach Weimar zieht es die Familie, weil Rudolf Sachs gemeinsam mit Israel Berlowitz ein Textilgeschäft in der Schillerstraße 17 aufbauen will. Ihr Unterfangen glückt den beiden, und das Kaufhaus Sachs & Berlowitz, wie die Firma bis zu ihrer „Arisierung“ 1938 heißt, wird zu einer bekannten Weimarer Adresse für Textilwaren. In einer Anzeige im Weimarer Adressbuch von 1900 preisen sie eine „grosse Auswahl in Damen-Konfektion, Kleiderstoffen, [%E2%80%A6] Gardinen, Teppichen, [%E2%80%A6] Wäsche“ u. a. an und versprechen, „beste bewährte Qualitäten zu aussergewöhnlichen billigen aber streng festen Preisen“ anzubieten6 – offenbar mit Erfolg, denn das Gebäude des florierenden Unternehmens stellt sich schon bald als zu klein heraus. Um 1910 geben die beiden Inhaber dem Weimarer Architekten Bruno Röhr den Auftrag, ein modernes Gebäude für die Schillerstraße 17–19 zu entwerfen. Noch 1920 weisen sie stolz in einer Anzeige auf das „größte und modernste Geschäftshaus am Platze“ hin.

Die folgenden Bemühungen von Dr. Wiesen und einigen Weimarer Familien tragen Früchte: Im Sommer 1903 gründet sich in Weimar der Israelitische Religionsverein. Unter den Mitgliedern sind u.a. Rudolf Sachs, Israel Berlowitz, Moritz Marchand, Albert Ortweiler, Carl Klar und Sally Kaufmann. Die Zwecke des Vereins beschreibt Rudolf Sachs 1904:

„Unsere Vereinigung hat [%E2%80%A6] sich zur Aufgabe gemacht, den Religionsunterricht für schulpflichtige Kinder zu fördern u. Gottesdienst an d. hohen Feiertagen zu halten. Auf dieser Basis wurde der Verein gegründet, die Statuten errichtet und der Etat aufgestellt.“10

Eine offiziell anerkannte jüdische Gemeinde ist damit noch nicht gegründet – und wird wohl auch nicht angestrebt, vermutlich weil die Weimarer Regierung ihr diese nötige Anerkennung ohnehin verweigern würde.11 Rudolf Sachs steht dem Verein als erster Vorsitzender vor, Siegfried Lohde – der in der Schillerstraße 16, direkt neben Sachs’ Kaufhaus, ein Geschäft für Herrenmode führt – wird Schriftführer.

...

Rudolf und Flora Sachs sorgen nicht nur für eine religiöse Erziehung ihrer Kinder, Rudolf gibt an drei seiner Söhne offenbar auch das Interesse am Handel mit Textilien weiter. Sein ältester Sohn Max ist zum Nachfolger bei Sachs & Berlowitz bestimmt, Kurt und Karl handeln später ebenfalls mit Stoffen. Ignatz hingegen, der am Weimarer Realgymnasium das Abitur macht, interessiert sich mehr für die Rechtswissenschaften: In Jena studiert er Jura, danach geht er ins südthüringische Meiningen, um dort sein Referendariat zu leisten. 1913 hat er sein zweites Staatsexamen geschafft und arbeitet fortan als Rechtsanwalt. Ende der zwanziger Jahre leitet er zudem ein Notariat.

Die zwanziger Jahre sind für die Familie Sachs sicher keine leichte Zeit. Rudolf und Sephora verlieren ihren Sohn Max, vier Jahre später wird Sephora Witwe. Ihr bleibt nicht erspart, ein weiteres Kind zu beerdigen: 1926 stirbt ihre Tochter Hilde mit nur vierzig Jahren. Hilde hinterlässt ihren Mann Ignaz Eckstein und die drei Kinder Werner, Ellenrose und Elfriede. Auf ihrem Grabstein auf dem Erfurter jüdischen Friedhof erinnert eine von Goethe inspirierte Inschrift an sie: „Sie war edel, hilfreich und gut“. Den Ecksteins wird es nach den Novemberpogromen gelingen, nach New York auszuwandern.

...

Auch Karl, der jüngste der Sachs-Brüder, kehrt in den zwanziger Jahren nach Weimar zurück. Er wohnt zunächst mit seiner Mutter in der elterlichen Wohnung. Um 1930 stirbt Sephora Sachs, und Karl zieht in die Sedanstraße 11 (heute: Brucknerstraße). Dort baut er einen Textilwarenversandhandel auf.

..."

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Sephora / Flora Sachs's Timeline

1855
1855
Meiningen, Thüringen, Germany
1881
1881
Meiningen, Thüringen, Germany
1883
1883
1885
January 10, 1885
Meiningen, Thüringen, Germany
1886
1886
1888
December 2, 1888
Meiningen, Thüringen, Germany
1890
November 26, 1890
Meiningen, Thüringen, Germany
1930
1930
Age 75
Weimar, Thüringen, Germany
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